Historie
1945 aus der Taufe gehoben, daß ist doch für Sportvereine eigentlich kein Alter, mögen viele denken, gibt es doch gerade in Bielefeld mit der Bielefelder Turngemeinde von 1848 oder dem Gadderbaumer Turnverein von 1878 wesentlich ältere Vereine. Ein kurzer historischer Abriß soll das Verständnis erleichtern, warum der ca. 4.100 Mitglieder zählende, größte Bielefelder und ostwestfälische Sportverein noch so jung ist.
Der Sport in Brackwede - ein Abbild der allgemeinen Entwicklung der Turn- und Sportbewegung
Als Friedrich Ludwig Jahn im Jahr 1810 mit turnbegeisterten Männern auf die Hasenheide vor den Toren Berlins zog, um sich dort im Springen, Laufen, Werfen, Ringen und Klettern zu üben, ist mit dem Beginn des Sports und der Sport-bewegung in Deutschland gleichzusetzen. Diese freien Gemeinschaften, die sich schnell im ganzen Land bildeten, waren noch keine Turnvereine, denn es gab keine Vereins- und Versammlungsfreiheit. Daß es in Bielefeld einen "Jahnplatz" gibt, steht nicht nur im Zusammenhang mit der Bedeutung Jahns als Förderer der körperlichen Bewegung, sondern auch mit der Rolle Jahns als Vertreter einer Idee. So trafen sich auf den Turnplätzen Studenten und Handwerker, es wurde beim (turn)brüderlichen "Du" keine Rücksicht auf Standesunterschiede genommen. Jahns politischer Einfluß, er forderte in mitreißenden Reden eine Verfassung, die Bürgerrechte und die Einheit der Deutschen garantierte, führten 1819 schließlich zu seiner Verhaftung. Bis 1825 war er in Festungshaft, erst 1840 wurde er rehabilitiert.
Als 1842 in Preußen das Turnverbot aufgehoben wurde, kam es zur Gründung von sogenannten Turngemeinschaften; die
Gewährung der Vereinsfreiheit 1848 löste eine Welle von Vereinsgründungen aus. Zur Zeit Wilhelms II. kam es zu einer
vielfältigen Verbreitung des Sports, das steigende Volksvermögen, der technische Fortschritt, aber auch die Ausbreitung der Leistungs-
und Konkurrenzorientierung wirkten hier entwicklungsfördernd.
1890 wurde in Brackwede der Club "Fidelitas" gegründet, der 1893 seinen Namen in "Brackweder Turnverein von 1890" änderte. Während sich die Mitglieder dieses Vereins vornehmlich zu Turnübungen trafen, ließen sich andere Brackweder von der Sportbegeisterung für das aus England stammende Fußballspiel begeistern. Durch die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit (1896 in Athen) wurden die leichtathletischen Disziplinen populär. Zu dem Turnen kam der "Sport". 1898 entstand in Brackwede der Verein "Frisch Auf", der sich schnell in "Freie Turn- und Sportvereinigung Brackwede" umbenannte.
Der "Sportverein Westfalia" von 1907 hatte sich in erster Linie dem Fußballsport verschrieben. Die "Deutsche
Jugendkraft" (gegründet 1921), ein an die katholische Konfession gebundener Verein, bot Leichathletik und Handball an.

Das Brackweder Vereinsleben spiegelt in vielen Bereichen die Entwicklung des institutionalisierten Sports in Deutschland wider. Für die Brackwederinnen wurde der Sport im Verein 1913 möglich, zwei Jahre zuvor hat die Deutsche Turnerschaft das Frauenturnen offiziell zugelassen. Typisch für die allgemeine Situation zur Jahrhundertwende war auch die Koexistenz verschiedener kleinerer Vereine nebeneinander.
Während des ersten Weltkrieges brach wie vielerorts auch in Brackwede der Vereinssport zusammen. Durch den Bau verschiedener
Sportanlagen gestaltete sich die Situation in den Nachkriegsjahren trotz der Inflation und Massenarbeitslosigkeit relativ günstig. 1925
wurde eine Militärbaracke zur Turnhalle umfunktioniert und auf dem Marktplatz aufgebaut. Als im Sommer 1926 das Brackweder Freibad
eröffnet wurde, erweiterten die "Freie Turn- und Sportvereinigung Brackwede" und der "Brackweder Turnverein von
1890" ihr Angebot um den Schwimmsport. Sogar der Tennissport wurde mit dem Bau eines weiteren Tennisplatzes am Gemeindesportplatz
gefördert.
Mit dem Beginn der NS-Herrschaft veränderte sich der Sportbetrieb in drastischer Weise. Die "Freie Turn- und Sportvereinigung Brackwede", die der Arbeitersportbewegung angeschlossen war, wurde verboten und das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Ebenso verboten wurde der Sport in konfessionell gebundenen Verbänden, für die "Deutsche Jugendkraft" bedeutete dies das Ende. Durch Gleichschaltung, alle Sportvereine unterstanden dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, wurde jegliches eigenbestimmtes Vereinsleben zunichte gemacht. Der Zweite Weltkrieg lähmte den Sport dann fast vollständig.
Wiederaufbau des Brackweder Sports durch die Sportvereinigung Brackwede
Obwohl der alliierte Kontrollrat die Auflösung aller deutschen Sportvereine verfügte, erhoben die britischen Besatzer - wohl aus einem unpolitischen Sportverständnis heraus - kaum Einspruch gegen die Wiedergründung alter Sportvereine. In Brackwede fand bereits im August 1945 eine Besprechung der Vereinsvertreter der früheren Sportvereine statt. Auf Anregung des für den Landkreis Bielefeld eingesetzten Sportbeauftragten Wellerdiek, beschlossen die Mitglieder des "Brackweder Turnvereins von 1890" und "Westfalia 07" sowie ehemalige Mitglieder der "Freien Turn- und Sportvereinigung von 1898" und der "Deutschen Jugendkraft von 1921" die Gründung eines gemeinsamen Vereins.
Mit dem Namen "Sportvereinigung Brackwede" sollte die Vereinigung nach außen demonstriert werden.
Am 25. November 1945 war es dann so weit; rund 200 Sportler trafen sich zur Gründungsversammlung. Zum 1. Vorsitzenden wurde Alfred Brinkmann gewählt, sein Stellvertreter war Emil Meyer. Die Vereinsführung sorgte für einen schnellen Wiederaufbau des Sportbetriebes, so wurde der Sportplatz am Kupferhammer wieder bespielbar gemacht. Die Turnabteilung übte in einem Speisesaal der Ruhrstahl AG. 1946 nahm die Tennisabteilung ihre Arbeit wieder auf, eine Tischtennisabteilung erweiterte das Sportangebot der SVB.
Um ein wenig von der Atmosphäre, die zur Zeit der Vereinsgründung geherrscht hat, wiederzugeben, ist nachstehend ein Auszug aus dem Protokoll der Gründungsversammlung vom 25. November 1945 aufgeführt. Dem Leser und der Leserin fällt vielleicht die Emotionalität der Ansprache auf. Diese ist vor dem Hintergrund, daß der Redner Willi Wellerdiek bis zur Liquidation der Vereine der Arbeiter Turn- und Sportbewewegung der 1. Vorsitzende der Freien Turn- und Sportvereinigung Brackwede gewesen ist, jedoch leicht nachvollziehbar.
"Wir Deutschen sitzen auf dem größten Trümmerhaufen, den die Geschichte je gesehen; aber nicht nur das deutsche Volk ist davon betroffen, sondern es handelt sich um die größte Tragödie der Menschheit ... Wir haben nach Beendigung des großen Dramas mitzuhelfen, unser Leben neu aufzubauen und in bestimmte Bahnen zu lenken. Es ist verkehrt, die Ursachen unserer Bedrängnis hier und dort zu suchen - wir müssen den Mut zur Wahrheit haben. Wir müssen den Nazigeist überwinden - jenen Geist, der zum Untergang führte. Es ist unsere Aufgabe, erbarmungslos an den Schutt zu gehen, der uns als Erbe der Nazis verblieben ist - das verlangt die größte Tragödie aller Zeiten. Der Neubau hat auf der ganzen Linie zu erfolgen und zwar sind auch die geistigen Trümmer, die Trümmer, die wir nicht sehen, zu beseitigen. Auch auf dem Gebiete des Sports erfolgt dieser Umbau. Wir wollen alle erfassen, die guten Willens sind, ein besseres Deutschland aufzubauen. Wir wollen eine Einheitsbewegung; denn in der Einheit aller liegt die Kraft, die notwendig ist, große Aufgaben zu meistern. Die Zweisamkeit, der getrennte Weg aller Sporttreibenden führt nie zum gewünschten Ziel und schwächt die Erfüllung der gesteckten Ziele. Das Volk hat sich von der Tradition, vom Militarismus und von der Eigenbrödelei zu trennen. Die Anbetung der Gewalt ist uns zuwider. Es ist für viele schmerzvoll, von den Traditionen zu lassen; aber war es uns weniger schmerzvoll als man alles zerstörte was vor 1933 war? Waren es nicht die Vereine, die sich vornehmlich aus der breiten Masse des Volkes rekrutierten, die nun kurzerhand liquidiert und aufgelöst wurden? Wir wollen für die Zukunft frei sein von jeglichen Bindungen und wollen geistige Selbständigkeit. Wir blicken nicht scheu nach oben und verabscheuen den Untertanengeist. Unser großes Ergebnis soll die Einheit der Vereine auf demokratischer Grundlage sein."
Die Entwicklung der letzten 50 Jahre wird aus Gründen der Übersichtlichkeit in Form einer Tabelle dargestellt.
Bei dieser Form des Rückblicks sei an die Worte eines bekannten Sportphilosophen erinnert; Sport ist demnach das, worüber die Zeitungen nicht berichten. Und sicherlich bedeutet Sport mehr als das Auflisten von Erfolgen, die aufgrund der schier unbegrenzten Auswahl hier fast nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden.
| 1945 | Gründung der Sportvereinigung Brackwede (Tur-nen mit Leichtathletik, Handball, Fußball, Tennis, Tischtennis. Der Mitgliedsbeitrag/Monat beträgt 70 Pfg. für Männer und 40 Pfg. für Kinder, Jugendliche und Frauen). |
| 1946 | Am 18. August findet das erste Sportfest des Gesamtvereins statt. |
| 1947 | Am 04. Mai wird die SVB in das Vereinsregister eingetragen (e. V.). Gründung der Schwimmsportabteilung |
| 1952 | Emil Meyer wird 1. Vorsitzender der SVB. |
| 1952 | Im November erscheinen die Vereinsnachrichten zum ersten Mal auf Initiative und Idee von Ernst Brunsmeier |
| 1955 | Ausrichtung des Gauturnfestes mit 1200 auswärtigen Turnern. |
| 1956 | Die Handballerinnen bilden eine Mannschaft. Die Tischtennisspieler steigen in die Oberliga auf. Die Fußballer steigen in die Verbandsliga auf. |
| 1958 | Die SVB stellt bei dem Turnfest in München 20 Sieger. |
| 1960 | Feier "70 Jahre Leibesübungen in Brackwede" mit über 2500 Besuchern. |
| 1961 | Dr. Menze wird 1. Vorsitzender. |
| 1962 | Gründung der Senioren-Abteilung. |
| 1964 | Die Fußballer steigen wieder in die Verbandsliga auf. |
| 1964 | Die Jugendmannschaft wird Fußball-Westfalenmeister. |
| 1967 | Die Tischtennisspieler steigen in die Oberliga auf. |
| 1968 | Im Trampolinturnen werden Heidi Berger Westfalenmeisterin und Roland Berger Westfalenmeister. |
| 1970 | Vom 18.-20. Sept.: 80 Jahre Sport in Brackwede - 25 Jahre SVB -. Sport nun auch für 3-6 jährige beim Mutter-, Vater-, Kindturnen. |
| 1972 | Gründung der Volleyball-Abteilung. |
| 1973 | Gründung der Basketball-Abteilung, Gründung der Boxsport-Abteilung. |
| 1974 | Heinz Matthiesen wird 1.
Vorsitzender. Die Eröffnung des Hallenbades in Brackwede verhilft der Schwimmabteilung zu einem Aufschwung aufgrund der stark verbesserten Trainingsmöglichkeiten. |
| 1975 | Durch Anschluß der Schießsportgemeinschaft Osning an die SVB wird die Schießsportabteilung gegründet. Die Volleyball-Damen steigen in die Verbandsliga auf. |
| 1976 | Gründung der Judo-Abteilung, Gründung der Trimm-und Freizeitabteilung. Deutsche Vizemei-sterschaft für die Synchronschwimmerinnen in der Gruppe. |
| 1977 | Die Handballabteilung triumphiert: Die Damen- und Herrenmannschaft steigen in die Landesliga auf. Die Fußballer unterliegen Arminia Bielefelds Vertragsspielern knapp 1:2. |
| 1978 | Gründung einer eigenständigen Leichtathletik-Abteilung, Gründung der Eissport-Abteilung. |
| 1979 | Bau der vereinseigenen Tennisanlage am Bockschatzhof. |
| 1980 | Aufstieg der Trampolinspringer in die 1. Bundesliga. Der "Quirkendörper Cup" der Schwimm-abteilung wird zum erstem Mal ausgerichtet. |
| 1982 | Der Volkslauf "Rund um den Spiegelsberg" feiert seine Premiere. |
| 1983 | Ausrichtung des Bezirksturnfestes mit 600 Teil-nehmern in Brackwede. |
| 1984 | Gründung der Koronar-Abteilung. Ute Höcker gewinnt mit der Trampolinmannschaft EM-Gold. Die Leichathleten starten mit Erfolg ihren ersten Lauftreff. Die Deutsche Jugendmannschaftsmeister-schaft wird von Trampolinturnerinnen der SVB gewonnen. |
| 1985 | Die Basketballer erspielen sich den Aufstieg in die 2. Regionalliga. Roland Berger wird Bundestrainer der Trampolinturner, Brackwede gleichzeitig zum Bundesleistungsstützpunkt. |
| 1986 | Der erste Familiensportabzeichentag findet mit über 200 TeilnehmerInnen großen Anklang. |
| 1987 | Den Tennisdamen gelingt der Aufstieg in die Verbandsliga. Die SVB nimmt an dem kommunalen Breitensportprojekt teil. Gründung der Badminton-Abteilung. Dem gesteigerten Gesundheitsbewußtsein wird mit spezifischen Angeboten nachgekommen. |
| 1988 | Sven Steinig erringt die Westfalenmeisterschaft im Kunstturnen. |
| 1989 | Das Brackweder Stadion, jetzt mit Kunststoffbahn, wird wiedereröffnet. |
| 1990 | Die Schwimmer und
Schwimmerinnen "holen" sich bei den
OWL-Meisterschaften 8 Titel, 12 zweite Plätze und 15
dritte Plätze. Die Basketballdamen sind nicht zu
bremsen: Aufstieg in die Oberliga. Tekim Koc wird bei den
Junioren und Senioren Westfalenmeister im Boxen. Das Jubiläum "100 Sport in Brackwede" wird mit einer Festwoche und zahlreichen überregionalen Sportveranstaltungen gefeiert. Erweiterung der Tennisanlage um 6 auf nunmehr 16 Außenplätze! |
| 1991 | Einrichtung de Landesleistungsstützpunktes für Synchronschwimmen in Brackwede |
| 1992 | Das Eishockeyteam der Damen spielt in der Bundesliga. Eine andere SVB-Mannschaft "erschwimmt" sich die Landesliga. Heiko Berger wir mit der Deutschen Trampolinnationalmannschaft Weltmeister im Doppelmini. |
| 1994 | Frank Oesterwinter wird
1. Vorsitzender. Nadine Intrup wird mit der Deutschen Trampolinnationalmannschaft Vizeweltmeisterin im Doppelmini und Bielefelds "Sportlerin des Jahres". |
| 1995 | Das Damen- und das Herrenteam der Basketballer steigen in die Regionalliga auf. Die Handballdamen erobern die Bezirksligakrone und steigen in die Landesliga auf. Die SVB feiert am 25.11.1995 ihr 50-jähriges Bestehen. |
| 1996 | Der SVB schließt sich eine Karategruppe an. Als einziger Verein in der Region Ostwestfalen-Lippe gehört die SVB zu den 20 mitgliederstärksten Vereinen in Nordhein-Westfalen. Die SVB stellt die Deutschen Schülermannschaftsmeister im Trampolinturnen. Die Trimm- und Freizeitabteilung feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. |
| 1997 | Die Leistungsschwimmer der SVB-Schwimmabteilung gründen gemeinsam mit dem 1. BSV 02 und der Spvg. Heepen eine Startgemeinschaft unter dem Namen "Schwimm-Team Bielefeld (kurz: STB). Die 1. Herrenmannschaft der Luftpistolenschützen steigt in die Westfalenliga auf. Im Hallenbad Brackwede richtet die SVB die Deutschen Pflichtmeisterschaften im Synchronschwimmen aus. Inke Gustke wird bei dieser Veranstaltung Deutsche Vizemeisterin. Die SVB bekommt vom Deutschen Turnerbund das Prädikat "Pluspunkt Gesundheit" für einige besonders gesundheitsfördernde Angebote verliehen. |
| 1998 | Die SVB schließt mit der Innungskrankenkasse Bielefeld einen Kooperationsvertrag im Bereich des Gesundheitssports. Eugen Schabel wird Deutscher Berglaufmeister. Das Schwimm-Team Bielefeld, dem zahlreiche SVB-Athleten angehören, steigt in die 2. Bundesliga auf. Am Deutschen Turnfest in München nehmen 44 Sportler(innen) der SVB teil. Irmgard Erl wird Jugendeuropameisterin im Trampolinsynchronspringen mit ihrer Partnerin Nicole Maintz aus Aachen. Für besondere Initiativen im Bereich breitensportlicher Maßnahmen erhält die SV den Breitensportpreis der Stadt Bielefeld. |
| 1999 | Die SVB wird zum zweiten Mal nach 1988 als einer von 16 Sportvereinen Deutschlands mit dem "Grünen Band für vorbildliche Talentförderung" im Bereich Trampolinturnen ausgezeichnet. Der von der Dresdner Bank gestiftete Preis ist mit 10.000,-- DM dotiert. Die Damenmannschaft im Eishockey steigt in die 2. Bundesliga auf. |
| 2000 | Günther Bensiek wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die 1. Herrenmannschaft der Fussballabteilung steigt in die Kreisliga B ab. Die 1. Herrenmannschaft der Tennisabteilung steigt in die Verbandsliga auf. Beim traditionellen Hermannslauf in Bielefeld stellt die SVB sowohl bei den Männern und Frauen als auch in der Mannschaftswertung (Männer) die Sieger. |
Die Sportvereinigung Brackwede heute
Natürlich hat es in den letzten 50 Jahren auch Probleme gegeben von denen einige bis heute aktuell sind. Neben der Suche nach engagierten Übungsleitern sei hier vor allem die begrenzte Anzahl an Übungsstätten genannt. An dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt, daß über den langen Zeitraum seit Vereinsgründung hinweg ein guter Kontakt zwischen der Stadt Brackwede bzw. dem Bezirksamt Brackwede bestanden hat und fortan besteht. Ein besonderer Dank gilt daher den Mitarbeitern und MitarbeiterInnen des Amtes, die sich für die Belange des Sports eingesetzt haben.
Die veränderten Anforderungen, denen der Sport sich stellen muß, betreffen nicht nur den Höchstleistungs- bzw. Berufsport,
sondern auch den Vereinssport. Die SVB ist diesen Anforderungen in vielen Bereichen mit Erfolg - wie die steigenden Mitgliederzahlen und auch
die sportlichen Erfolge belegen - nachgekommen. Es ist gelungen, sowohl dem wettkampforientierten Leistungssportler als auch dem
gesundheitsbewußten Breitensportler in der SVB eine sportliche Heimat zu bieten. Die Grenzen dieser Innendifferenzierung sind natürlich
fließend, für den Regionalliga-Basketballer gehört das gesellige Drumherum ebenso dazu wie die Freude der Koronarsportlerin, sich
im Laufe der Zeit verbessert zu haben.
Ein Sportverein lebt von dem Engagement seiner ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, in der SVB haben derzeit 220 Mitglieder ein Ehrenamt übernommen. Hierbei wird in erster Linie und, betrachtet man den Zeitaufwand, wohl auch zurecht an die ÜbungsleiterInnen gedacht, aber auch die übrige Arbeit - vom Abteilungsleiter bis zum Pressewart - wird ehrenamtlich geleistet. Mit der Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle des Geschäftsführers wagte man 1986 den wichtigen und richtigen Schritt in Richtung Professio-nalisierung. Die Aufgaben im organisatorischen und verwaltungstechnischen Bereich sind in einem Großverein äußerst zeitaufwendig und erfordern ein hohes Maß an fachspezifischem Wissen.
Die Angebotserweiterung durch die Einrichtung von Gesundheitssportkursen 1987 räumte der SVB gegenüber dem Bildungswerk
des Landes-sportbundes, den Krankenkassen und kommerziellen Anbietern im Ortsteil Brackwede eine Vormachtstellung ein. Im Rahmen
dieser Angebotspalette wurde zugleich die Möglichkeit einer Kurzzeitmitgliedschaft eingeführt. Durch diese neue Form der Mitgliedschaft
gelingt es, Menschen unverbindlich an den Sport heranzuführen und letztlich dauerhaft an den Sport und an den Verein zu binden.
Viele Merkmale, die die SVB zu einem modernen Sportverein machen, ließen sich in diesem Rückblick aufführen; die Integration von Wettkampfsport und Breitensport und von Ehrenamtlichkeit und Hauptamtlichkeit sind bereits genannt worden, ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Miteinander von Jung und Alt. Die Senioren und Seniorinnen, die eine eigene Abteilung bilden, prägen und gestalten das Vereinsleben, oft wissen die Jüngeren ihre Erfahrungen zu schätzen. Besonderes Augenmerk gilt im Sport natürlich dem Nachwuchs, d.h. den Kindern und Jugendlichen. In der SVB versucht eine Vielzahl engagierter Betreuer und Betreuerinnen diese Altersgruppe für den Sport zu begeistern. So kann zum Beispiel die Judoabteilung mit einem Anteil von über 80 % an Kinder- und Jugendlichen genannt werden. Als vorbildlich ist auch die seit 1988 bestehene Kooperation der Basketballabteilung mit den Brackweder Schulen einzustufen. In diesem Bereich ist sicherlich auch in anderen Sportarten noch vieles möglich.
Diese kleine Rückschau soll deutlich gemacht haben, daß in den Jahren seit der Vereinsgründung viel geschehen ist. Der Sport und die Sportvereine haben sich verändert. Die Weiterentwicklung der Sportvereinigung Brackwede läßt sich auf zwei wesentliche Aspekte zusammenfassen: Kontinuität ohne in Traditionen verhaftet zu sein und Wandel ohne sich von schnellebigen Strömungen des Zeitgeistes mitreißen zu lassen.
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